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Brennnesseltee: Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und richtige Zubereitung

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Ist Brennnesseltee gefährlich?

Eine Tüte Brennnesselblätter im Schrank und vor dem Aufbrühen eine Frage: Ist dieser Tee wirklich unbedenklich? Für die meisten Erwachsenen fällt die Antwort eher beruhigend aus: Die europäische Monographie beschreibt nur wenige Nebenwirkungen. Es gibt aber echte Gegenanzeigen, Personengruppen, für die der Tee mangels Daten nicht empfohlen wird, und einige Stolperfallen auf dem Etikett.

Dieser Ratgeber stützt sich auf die europäische Monographie zu Brennnesselblättern, die der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) angenommen hat. Er zeigt, wer verzichten sollte, wie Sie Ihre Tasse zubereiten und worauf Sie auf der Packung achten können.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Verzichten sollten Sie bei einer Allergie gegen Brennnessel und wenn Ihnen ärztlich eine verringerte Trinkmenge empfohlen wurde (zum Beispiel bei schweren Herz- oder Nierenerkrankungen).
  • Nicht empfohlen für Kinder unter 12 Jahren sowie in Schwangerschaft und Stillzeit, weil ausreichende Daten fehlen.
  • Mögliche Nebenwirkungen: leichte Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) und Hautreaktionen (Juckreiz, Ausschlag, Nesselsucht), Häufigkeit nicht bekannt.
  • Wechselwirkungen: In der Monographie keine berichtet; wenn Sie einen Gerinnungshemmer vom Vitamin-K-Antagonisten-Typ einnehmen, fragen Sie vor regelmäßigem Trinken nach.
  • Zubereitung: 2 bis 4 g getrocknete Blätter pro Tasse, mit kochendem Wasser aufgegossen.

Brennnessel oder Weiße Taubnessel: zuerst die Pflanze prüfen

„Nessel“ ist nicht gleich Nessel. Der Tee der europäischen Monographie wird aus den Blättern der Großen Brennnessel (Urtica dioica) oder der Kleinen Brennnessel (Urtica urens) hergestellt – also aus den Nesseln, die brennen.

Die Weiße Taubnessel (Lamium album) ist trotz ihres Namens keine Brennnessel der Gattung Urtica. Die Sicherheitshinweise zu Brennnesselblättern gelten daher nicht für einen Taubnesseltee.

Auch die Brennnesselwurzel ist nicht dasselbe wie das Blatt: Für sie gibt es eine eigene europäische Monographie mit einem anderen Anwendungsgebiet; sie wird vor allem als Kapsel oder Extrakt angeboten.

Der Tipp: Suchen Sie auf der Verpackung nach dem Namen der Pflanze, möglichst mit botanischem Namen, und nach dem verwendeten Pflanzenteil (Blätter, Kraut oder Wurzel).

Was die europäische Monographie anerkennt

Die Monographie der EMA beschreibt Brennnesselblätter als traditionelles pflanzliches Arzneimittel für zwei Anwendungen:

  • zur Linderung leichter Gelenkschmerzen;
  • zur Erhöhung der Harnmenge, um die Harnwege durchzuspülen, unterstützend bei leichten Harnwegsbeschwerden.

Diese Anwendungen beruhen ausschließlich auf langjähriger Verwendung, nicht auf klinischen Studien, die eine Wirksamkeit belegt hätten. Sie gelten für registrierte traditionelle Arzneimittel und garantieren keine Wirkung eines Tees, der als Lebensmittel verkauft wird. Bei der regelmäßigen Überprüfung 2020 bis 2022 sah der Ausschuss keine neuen Daten, die eine Überarbeitung der Monographie rechtfertigten.

Wer sollte auf Brennnesseltee verzichten?

Die Monographie nennt zwei Gegenanzeigen:

  • eine Allergie gegen Brennnessel;
  • Situationen, in denen weniger getrunken werden soll, zum Beispiel bei schweren Herz- oder Nierenerkrankungen. Die traditionelle Anwendung bei Harnwegsbeschwerden setzt dagegen eine reichliche Flüssigkeitszufuhr voraus, wie die von der EMA zitierten deutschen Monographien betonen.

Nicht empfohlen wird der Tee:

  • für Kinder unter 12 Jahren, weil ausreichende Daten fehlen;
  • in Schwangerschaft und Stillzeit: Die Sicherheit ist nicht belegt.

Und wenn Sie einen Gerinnungshemmer vom Vitamin-K-Antagonisten-Typ einnehmen (etwa Phenprocoumon oder Warfarin)? Der Bewertungsbericht der EMA erwähnt, dass in Deutschland die Kennzeichnung darauf hinweist: Das in Brennnesselblättern enthaltene Vitamin K könnte die Wirkung dieser Arzneimittel abschwächen. Da klinisch keine Wechselwirkungen berichtet wurden, steht in der Monographie „keine berichtet“. Sprechen Sie vorsichtshalber mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke, bevor Sie den Tee täglich trinken.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Laut Monographie können auftreten:

  • leichte Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall;
  • Hautreaktionen: Juckreiz, Ausschlag, Nesselsucht.

Ihre Häufigkeit ist nicht bekannt. Fälle von Überdosierung wurden nicht berichtet.

Suchen Sie ärztlichen Rat:

  • wenn Gelenkschmerzen mit Schwellung, Rötung oder Fieber einhergehen;
  • wenn sich Harnwegsbeschwerden verschlimmern oder Fieber, Schmerzen beim Wasserlassen, Krämpfe oder Blut im Urin auftreten;
  • wenn die Beschwerden trotz Tee anhalten.

Wie bereitet man Brennnesseltee zu?

Für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren nennt die Monographie 2 bis 4 g geschnittene, getrocknete Blätter pro Zubereitung, mehrmals täglich, bei einer Tagesmenge von 8 bis 12 g.

So geht’s:

  1. 2 bis 4 g Blätter in eine Tasse geben (etwa 150 ml).
  2. Mit kochendem Wasser übergießen: Es trägt dazu bei, die Keimbelastung getrockneter Pflanzen zu senken.
  3. 5 bis 15 Minuten ziehen lassen, dann abseihen.

Für die arzneiliche Anwendung begrenzt die Monographie die Dauer auf 4 Wochen bei Gelenkschmerzen und auf 2 bis 4 Wochen bei Harnwegsbeschwerden. Die Zubereitungsempfehlung eines Tees, der als Getränk verkauft wird, kann abweichen: Halten Sie sich an Ihre Packung und machen Sie aus der Genusstasse keine lange Kur ohne Rücksprache.

Das Etikett eines Brennnesseltees richtig lesen

Ein Kräutertee, der als Lebensmittel verkauft wird, unterliegt den europäischen Regeln zur Lebensmittelinformation. Mehrere Angaben auf der Packung helfen Ihnen zu erkennen, was Sie kaufen:

  • die Bezeichnung: „Brennnesseltee“, „Brennnesselblätter“, „Kräutertee Brennnessel“ … – hier erkennen Sie die Pflanze und oft auch den Pflanzenteil;
  • das Zutatenverzeichnis, in absteigender Reihenfolge des Gewichtsanteils: In einer Mischung steht die Brennnessel nicht unbedingt an erster Stelle;
  • die Menge einer hervorgehobenen Zutat: Nennt eine Mischung die Brennnessel in ihrer Bezeichnung, ist ihr Anteil grundsätzlich in Prozent anzugeben;
  • das Mindesthaltbarkeitsdatum („mindestens haltbar bis …“) und die Gebrauchsanleitung, falls sie für die richtige Verwendung nötig ist.

Keine Nährwerttabelle? Das ist normal: Kräutertees ohne weitere Zutaten außer Aromen, die den Nährwert nicht verändern, sind davon ausgenommen.

Gut zu wissen: In Deutschland gibt es zu Brennnesselkraut und -blättern eine Monographie der Kommission E (Bundesanzeiger Nr. 76 vom 23.04.1987) und eine Standardzulassung für Brennnesselblätter als Tee.

Brennnesseltee bei Humasana

Der folgende Tee besteht aus Brennnessel: Die Produktseite nennt als Zusammensetzung „Scharfe Brennnessel“, die abgebildete Dose zusätzlich den botanischen Namen Urtica dioica. Er wird nach denselben Kriterien gezeigt wie in unserer französischen Ausgabe: Produkt verfügbar, Seite auf Deutsch, Zusammensetzung beim Abgleich am 12. Oktober 2026 angegeben. Es handelt sich nicht um eine Rangliste.

Mehr zu traditionellen und kosmetischen Verwendungen der Pflanze lesen Sie in unserem Artikel Die Vorteile für Gesundheit und Schönheit der Brennnessel .

Kurz zusammengefasst

  • Der Bewertungsbericht der EMA kommt zu dem Schluss, dass Zubereitungen aus Brennnesselblättern gut verträglich sind; beschrieben werden leichte Magen-Darm-Beschwerden und Hautreaktionen, Häufigkeit unbekannt.
  • Verzichten Sie bei Allergie oder ärztlich verordneter Trinkmengenbeschränkung; nicht empfohlen unter 12 Jahren sowie in Schwangerschaft und Stillzeit.
  • Bei Einnahme von Vitamin-K-Antagonisten vor regelmäßigem Trinken Rat einholen.
  • Prüfen Sie die Pflanze (Urtica, nicht Taubnessel) und den Pflanzenteil (Blatt, nicht Wurzel).
  • Die traditionellen Anwendungen ersetzen keinen ärztlichen Rat, wenn Beschwerden anhalten oder sich verschlimmern.

Offizielle Quellen